Pressebericht VPI Regensburg

Lkw Fahrer mit massiven Lenkzeitüberschreitungen festgestellt

 

LKR. NEUMARKT, BAB A3. Am Montag, 05.01.2026, gegen 08:50 Uhr kontrollierten Beamte der Verkehrspolizei Regensburg auf der A3 einen türkischen Sattelzug, der mit 15 Tonnen Paprikaschoten beladen war. Beim Auslesen des Kontrollgeräts wurden massive Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten festgestellt. Der türkische Fahrer hatte zum Kontrollzeitpunkt seinen Kühltransporter bereits 24 Stunden nahezu ohne Unterbrechung gelenkt.

 

Seine Fahrt begann am 03.01.2026 um 01:00 Uhr nachts in Kapikule an der türkisch-bulgarischen Grenze. Vor dem Abfertigen der Grenzpapiere stand er zuerst einmal 14 Stunden im Stau und fuhr alle halbe Stunde jeweils ein paar Meter weiter seinem Grenzübertritt entgegen.

 

Nachdem er den Stau hinter sich gelassen hatte und nach Bulgarien eingereist war, hätte er eine 10-stündige Ruhezeit einbringen müssen. Stattdessen legte er erst richtig los und fuhr 18 Stunden lang durch Bulgarien und Ungarn bis nach Österreich. Hier gönnte er sich eine Pause von fünfeinhalb Stunden. Als er sich halbwegs fit fühlte, setzte er sich wieder ans Steuer und fuhr seinem Ziel Bremen entgegen.

 

Bei der Kontrolle im Landkreis Neumarkt stellten die Beamten fest, dass er seine Lenkzeiten in den letzten vier Wochen regelmäßig massiv überschritten hatte. Ende Dezember saß der 43-Jährige bereits 32 Stunden nahezu nonstop am Steuer. Von Venlo in den Niederlanden bis nach Antalya im Süden der Türkei war er durchgefahren und hatte sich in diesem Zeitraum nur drei kleine Pausen gegönnt, von denen die längste gerade einmal 75 Minuten gedauert hatte.

 

Der Fahrer gab an, seine Firma habe ihn zu den langen Lenkzeiten gedrängt. Gegen die in Izmir ansässige Spedition wurde eine Sicherheitsleistung von 6.700 Euro erhoben.

 

Gegen den Fahrer selbst mussten die Beamten jedoch ein zusätzliches Strafverfahren einleiten. Nicht wegen seiner extremen Lenkzeiten, sondern weil er bei der Kontrolle einen total gefälschten Gefahrgutführerschein vorgezeigt hatte.

 

Der Kühltransporter wurde von den Beamten bis zur Rastanlage Jura begleitet. Dort musste der Fahrer erst einmal eine längere Ruhezeit einbringen.

 

Schreibe einen Kommentar