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Kriminalitätslage 2017 - Polizeiinspektion Parsberg

Erstellt von redaktion am 10-Apr-2018 05:10 (146 gelesen)

„Weiter sinkende Kriminalitätsbelastung“
(Anmerkung: Dargestellt sind alle Straftaten des Dienstbereichs der PI Parsberg des Jahres 2017 mit Ausnahme derjenigen Fälle der Autobahnpolizeistation Parsberg, die eine eigene Statistikzusammenstellung veröffentlichen wird. In Klammern sind im Text jeweils die Vergleichszahlen des Vorjahres 2016 genannt.)

Allgemeine Entwicklung

Ein weiterer Rückgang der Zahl der Gesamtstraftaten des Jahres 2017 dokumentiert die nochmalige Festigung der Sicherheitslage im Dienstbereich. In nahezu allen Deliktsbereichen sanken die Fallzahlen. 12,7 % weniger Delikte bedeutet den niedrigsten Wert seit 10 Jahren.


Die Aufklärungsquote im Jahr 2017 beträgt überdurchschnittliche 72,2 % (67,7 %).


Für den Berichtszeitraum 2017 sind 562 (644) Kriminalfälle (- 82 Fälle) ausgewiesen.

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Kriminalitätsbelastung

Für den Zuständigkeitsbereich der PI Parsberg (Gemeinden: Breitenbrunn, Dietfurt, Hohenfels, Lupburg, Parsberg, Seubersdorf, Velburg) ergibt sich danach eine Kriminalitätsbelastungsziffer von 1664 (1858) Delikten auf je 100.000 Einwohner.

Im Vergleich dazu liegt diese Häufigkeitsziffer im Landkreis Neumarkt im Jahre 2017 bei 2696 (2769), im Bereich des Regierungsbezirks Oberpfalz bei 4040 (4145) und Bayernweit bei 4533 (4785). (Die genannten Werte stellen die jeweils um ausländer- und asylverfahrensrechtliche Verstöße bereinigte Version dar.)


Aufklärungsquote

Von den erfassten 562 Straftaten wurden 405 (436) Fälle aufgeklärt. Die diesjährige Aufklärungsquote liegt damit bei 72,2 % (67,7). Die Quote der Oberpfalz liegt bei 67,0 % (65,9) (bereinigt), die bayerische Quote bei 64,4 % (63,7) (bereinigt).


Tatverdächtige

Zu den geklärten 405 Delikten wurden 378 (394) Tatverdächtige ermittelt, wovon 201 Personen (also mehr als die Hälfte) bereits polizeilich in Erscheinung getreten waren oder sind.

Die Tatverdächtigen sind folgenden Personengruppen zuzuordnen:

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Der Gesamtanteil der Tatverdächtigen unter 21 Jahren zeigt sich mit einem Wert von 53 (70) Personen rückläufig und beträgt 14,0 % (17,8).

Insgesamt 57 (60) Tatverdächtige, also 14,1 % (13,8) standen zur Tatzeit unter Alkoholeinfluss. Im Bereich der Rohheitsdelikte waren dies 37,7 % (36,4), bei den reinen Körperverletzungsdelikten 40 % (34,9) und bei den Delikten der Straßenkriminalität 23,1 % (16,7). 34 Tatverdächtige, d.h. 8,4 % (5,7) standen bei Tatausführung unter Drogeneinfluss.


Nähere Betrachtung einzelner Deliktsbereiche

Der Bereich der Diebstahlskriminalität mit 154 Fällen (191) umfasst mit 27,4 % (29,7) den höchsten Anteil an der Gesamtkriminalität und verzeichnete dabei insgesamt einen erkennbaren Rückgang um 19,4 % (- 37 Fälle).


Problemfeld „Wohnungseinbruch-Delikte“:

Hier trat entsprechend der überregionalen Tendenz eine deutliche Beruhigung der Situation ein. Der PKS-Wert der Wohnungseinbruchdelikte hat sich in etwa halbiert und weist einen Rückgang von 25 auf 12 Fälle aus. Tatzeitbezogen ist für das Jahr 2017 ein Wert von 10 (12) Delikten zu verzeichnen. 8 dieser („PKS“-) Einbrüche zählen nach gegebenen Kriterien zu den Tageswohnungseinbrüchen.

Da es sich bei den Wohnungseinbrüchen um direkte, schwerwiegende Eingriffe in die Privatsphäre und das Sicherheitsgefühl der Bürger handelt, die entsprechende monetäre aber vor allem auch psychologische Auswirkungen haben, liegt hier ein Schwerpunkt der örtlichen Polizeiarbeit. Durch präzise Ermittlungsarbeit, intensive Hinführung der Bürger an präventive Möglichkeiten im eigenen Handeln und im Bereich der technischen Sicherung sowie konkrete Fahndungsmaßnahmen wird hier vehement versucht, weiter gegenzusteuern.


Der Bereich der Ladendiebstähle weist einen Anstieg um 61,9 % auf 34 (21) Fälle auf, was allerdings nichts über die tatsächliche Situation und das wohl immense Dunkelfeld aussagt sowie insbesondere vom Einsatz der Ladendetektive abhängt.

Die Delikte des Fahrraddiebstahls im gesamten Dienstbereich sind im Berichtszeitraum um 1 auf 5 Fälle zurückgegangen.


Auf Rang 2 rangiert mit einem Anteil von 21,5 % (25 %) zahlenmäßig der Tatkomplex der sonstigen Straftaten gegen das Strafgesetzbuch (wie Sachbeschädigungsdelikte, Hausfriedensbruch, Beleidigung, aber auch Umweltschutzdelikte, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte usw.), wenngleich auch hier ein Rückgang um 24,8 % auf 121 Fälle zu sehen ist.


Der Sektor der Vermögens- und Fälschungsdelikte zeigt sich mit 115 Fällen und einem Anteil von 20,5 % (17,1 %) an der Gesamtkriminalität um 5 Fälle leicht zunehmend.

Die Straftatenobergruppe wird dabei mit einem Anteil von 87,1 % von den Betrugsdelikten dominiert, deren Anzahl auf 85 Fälle (93) sank. Delikte der Internetkriminalität bewegen sich dabei auf einem in etwa gleichbleibenden Wert. Einen stark steigenden Wert zeigen die „Tankbetrügereien“ mit 24 (13) Fällen.


Der Bereich der Rohheitsdelikte (Körperverletzungsdelikte, Nötigung, Bedrohung, Stalking usw.) bewegt sich in etwa auf dem Niveau des Vorjahres mit einer Gesamtzahl von 112 Delikten auf Rang 4 der Straftatenbereiche. Fälle von Körperverletzungen häufen sich insbesondere im Zusammenhang mit Veranstaltungen wie Rocknächten, Faschingstreiben und Disco-Betrieb, aber auch im häuslichen Bereich.


Mit einem geringfügigen Rückgang der Zahlenwerte des Vorjahres von 71 Delikten auf 60 Vorfälle nimmt der Bereich der Straßenkriminalität (d.h. Delikte wie Diebstähle, Körperverletzungs- und Sachbeschädigungstaten aller Art, die ausschließlich oder überwiegend im öffentlichen Raum begangen werden) Rang 5 an der Gesamtkriminalität ein. Hier liegt die Aufklärungsquote bei 23,3 % (25,4 %).


Der Sektor der Gewaltkriminalität (Tötungsdelikte, Raub, schwere Sexualstraftaten, aber auch gefährliche und schwere Körperverletzung u.a.) weist mit einen Anteil von 3,6 % an der Gesamtkriminalität und 20 Delikten (25) eine rückläufige Tendenz auf. Hier wurden 90 % der Fälle aufgeklärt.

Der Bereich der „Häuslichen Gewalt“ zeigt mit 21 (27) Delikten einen leicht rückläufigen Wert. Hier fließen auch die aktenkundig gewordenen 3 Vorfälle im Bereich der US-Streitkräfte mit ein.


Bei den Delikten der Rauschgiftkriminalität ist mit 27 Delikten (34) eine leicht fallende Tendenz zu erkennen, wobei es sich hier natürlich weitgehend um Kontrolldelikte handelt. Die Aufklärungsquote beträgt hier 100 %.


Die Anzahl von Delikten gegen Polizeibeamte, wie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte oder Angriff nahm mit sieben (3) erheblich zu. Drei Beamte wurden dabei leicht verletzt. Allgemein ist allerdings eine grundsätzliche Abnahme des Respekts vor Amtspersonen zu erkennen.


Eine (1) Straftat gegen das Leben (Mord, Totschlag) wurde im Zuständigkeitsbereich der PI Parsberg im Jahr 2017 statistisch erfasst.


Die Anzahl der Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung (von sexueller Nötigung bis zur Verbreitung pornographischer Schriften), entwickelte sich auf den Wert von 13 (10) Fällen.


An politisch motivierter Kriminalität wurden 5 (4) relevante Delikte geringerer Intensität aktenkundig. Unbekannte hatten unabhängig voneinander in unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten rechtsgerichtete Schmierereien oder Aufkleber angebracht. Ein junger Mann skandierte bei einer Faschingsveranstaltung im Alkoholrausch „Sieg Heil“. Das Amtsgericht Neumarkt quittierte dies bereits mit einer empfindlichen Geldstrafe.


Deliktsbelastung der einzelnen Gemeinden im Zuständigkeitsbereich

Anmerkung: Aufgrund der geringen absoluten Zahlen wurde der Bezugswert: „Deliktanzahl je 1000 Einwohner“ gewählt.


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Für die ländliche Gemeinde Hohenfels schlagen die Delikte mit Bezug zum Truppenübungsplatz Hohenfels zu Buche. Dies führt zu einer überraschenden Häufigkeitsziffer, nachdem US-Soldaten, ihre Angehörigen und oftmals ziviles Gefolge, die in einer Anzahl im oberen vierstelligen Bereich hier wohnhaft sind, nicht dem Melderecht unterliegen und so die Gesamtstraftatenanzahl den Hohenfelser Gemeindebürgern zugerechnet wird.

Die gute Verkehrsanbindung des hiesigen Dienstbereichs an überregionale Verkehrswege wie eben die Bundesautobahn A 3 (AS Velburg, AS Parsberg) kommt mobilen, überregional tätigen Straftätern und Straftätergruppen natürlich entgegen. Tatorte auf und entlang der Autobahn sind schnell und unerkannt erreichbar, die Flucht in der anonymen Verkehrsmasse gelingt oft ohne Aufsehen.


Fazit

Der kontinuierliche Rückgang der Kriminalitätszahlen seit fünf Jahren unterstreicht die gefestigte Situation der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im hiesigen Dienstbereich. Unsere Bürger können sich sicher fühlen, aber auch darauf vertrauen, dass im Ernstfall ihre Polizei parat steht.


Zu diesem positiven Gesamtergebnis haben viele beigetragen, insbesondere auch unsere Bürgerinnen und Bürger. Anhand guter Beobachtungen und Informationen konnten viele Straftaten aufgeklärt werden, die ursprünglich keinerlei Ermittlungsansatz boten.

Dafür bedankt sich ihre Polizeiinspektion Parsberg sehr herzlich und bittet auch weiterhin um ihre Aufmerksamkeit und ihre Bereitschaft zur Zivilcourage. Jeder kann unvermittelt Opfer eines kriminellen Aktes werden und ist dann froh, wenn er von einem engagierten Mitbürger vor Ort direkte Hilfe erfährt oder die aufmerksame Beobachtung eines Zeugen zur Ermittlung des Täters führt.


Gerade im Hinblick auf das Phänomen der Wohnungseinbrüche darf auf hilfreiche Veröffentlichungen der Polizei im Internet unter www.k-einbruch.de hingewiesen werden.


Zudem gibt es seit November 2015 die Möglichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen Zuschüsse für den Einbau von Sicherheitstechnik zu erlangen. Detailinformationen sind unter www.kfw.de/inlandsfoerderung/p ... simmobilie/Einbruchschutz zu ersehen.


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