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1150 Jahre Pfraundorf – ein fast vergessenes Jubiläum

Erstellt von redaktion am 25-Mar-2016 15:10 (1289 gelesen)

laber-jura.de wurde folgender Beitrag zur Veröffentlichung übermittelt. Diesem Ansinnen sind die "admins" gerne nachgekommen.

Spuren menschlichen Lebens im Ehrenfelser Land führen weit in die Geschichte zurück. Die ältesten Beweise für menschliche Besiedelung im Gebiet der ehemaligen Reichsherrschaft Ehrenfels konnten im August 1984 durch das Institut für Früh – und Urgeschichte der Universität Köln erbracht werden. In einer Höhle am Gelben Felsen unterhalb der Friesenmühle lebten demnach bereits vor 9000 Jahren Menschen.

Zahlreiche Funde aus der Hallstattzeit und La Tènezeit belegen, dass auch im Zeitalter der Kelten eine blühende menschliche Kultur im Ehrenfelser Land existent war. So entdeckte man bei Schrotzhofen Hügelgräber mit Halsringen, Bronzegürtelblech, Perlen und geformte Keramik. Keramikfunde aus dem Raum Katharied, welche ebenfalls aus der Hallstattzeit (500 – 800 v. Chr.) stammen, zeigen, dass das Gebiet der heutigen Pfarrei Pfraundorf erheblich länger als 1150 Jahre Siedlungsraum des Menschen ist.

Heutzutage ist es üblich, die erste schriftliche Erwähnung heranzuziehen, um die Gründung eines Ortes zu belegen. Diese Vorgehensweise führt uns in das Jahr 866 zurück, sodass man Pfraundorf unstrittig - als zu den ältesten Orten der Oberpfalz gehörig - bezeichnen kann. Pfraundorf ist genauso alt wie Beratzhausen und es verbietet sich, 1150 Jahre Beratzhausen zu feiern, ohne an Pfraundorf zu denken.

Beratzhausen und Pfraundorf werden gemeinsam und erstmalig in einer Urkunde des Emmeramklosters in Regensburg erwähnt. Der Regensburger Bischof tauscht mit einem Edlen Albert Güter in Pfraundorf und Raitenbuch. Der Tausch wurde in Beratzhausen beurkundet.

Franz Xaver Staudigl leitet den Ortsnamen Pfraundorf – historisch „Frundorf“ oder Frumdorf“ - mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Personennamen ab. Er verweist jedoch in seinem Heimatgeschichtslexikon (Seite 321) darauf, dass dies nicht bewiesen ist.

Alois Dechant, der 2007 ein Buch mit dem Titel „Frumdorf – Rehberg – Scornashoua“ veröffentlicht hat, eröffnet einen neuen Einblick und Zusammenhang im Hinblick auf Pfraundorfs Geschichte.

Ist der Ortsname „Frumdorf“ von „frumentum“ (lat. „Getreide“) abgeleitet ? Ist Pfraundorf somit das „Getreidedorf“ ? Die in der Gegenwart von der Raiffeisenbank Hemau – Kallmünz geplante Getreideannahmestelle bei Pfraundorf wäre demnach das schönste Geschenk zum Geburtstag Pfraundorfs. Pfraundorf ist heute wie in seinen Anfängen Heimat des Getreides.

Gottfried Kölwel sprach einst bei der Beschreibung der Jurahochfläche vom „goldenen Meer der Ähren“. Pfraundorf zu einem Zentrum des Getreides zu machen, ist Geschichtsbewusstsein und zukunftweisendes Handeln zugleich.

Das Jubiläum „1150 Jahre Beratzhausen“ soll als „event“ groß gefeiert werden. Der Geburtstag Pfraundorfs tritt anscheinend in den Hintergrund. Dem aufmerksamen Betrachter zeigt sich, dass Pfraundorf im Stillen reichhaltiger beschenkt wird als vordergründig vermutet.

Wenn im Getreide die Wurzeln Pfraundorfs liegen, so kann das Getreide auch in der Gegenwart einen Beitrag für Wohlstand und Wirtschaftskraft leisten.

Dietmar Kuffer


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