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Auf den Spuren Hannibals und seiner Elefanten

Erstellt von MarkJohn am 04-May-2003 13:26 (1750 gelesen)

Die "Tangrintler Fiftyfanten-Hetzer" wollen heuer Europameister werden
Klarer Sieg der Paintner Kreidler-Fans im vorigen Jahr / Suche nach Sponsoren
Souverän gewannen im vergangenen Jahr die "Tangrintler Fiftyfanten-Hetzer" die erstmals ausgetragene Orientierungsfahrt "Hannibal-Challenge", ein Orientierungsrennen für 50-Kubik-Motorräder von Rom nach Speinshart. Sowohl in der Königsklasse, wo Kleinkrafträder mit amtlichem Kennzeichen starten, als auch in der Gesamtwertung belegten sie den ersten Platz. Das hauptsächlich aus Paintnern bestehende Team geht als Titelverteidiger auch heuer an den Start, und zwar vom 14. bis 21. Juni. Durch ihren Erfolg haben die Männer um Teammanager Hans Pirkl natürlich auch den Namen "Tangrintel" weit über die Region hinaus bekannt gemacht.

Siegerehrung für das Team "Tangrintler Fiftyfanten-Hetzer" im Juni 2002.
Skaliertes Bild

Bis vor einem Vierteljahrhundert beherrschten bei den 50-Kubik-Motorräder deutsche Firmen die Szene: Hercules, Kreidler, Zündapp. Diese "Maschinen", genauer gesagt 20 Jahre alte Kreidler-Mopeds, dienen auch als Basis für die "Rennmotorräder", die das Team um den 35-jährigen selbständigen Motorradmechaniker Hans Pirkl im vergangenen Jahr gebaut hat und auch heuer wieder montiert. Pirkls Gattin hatte in einer Motorradzeitschrift die Ausschreibung der "Hannibal Challenge" vom 28. Mai bis 2. Juni 2002 gelesen und da Hans Pirkl schon immer an diesen Motorrädern interessiert war, gründete er Ende März 2002 ein Team. Doch wie soll es heißen? Ein origineller Name sollte es sein. Heimatbewusstsein klingt durch bei "Tangrintler Fiftyfanten-Hetzer". Die meisten Teammitglieder kommen aus dem Tangrintel, weswegen dieser Landstrich als Name Pate stand. "Wir wurden oft deswegen angesprochen und erklärten dann die Herkunft des Namens von dem Landstrich zwischen Painten und Hemau", schildert der Teammanager. Schwieriger war der Zuname. Für die 50-Kubik-Klasse wurde die englische Zahl "Fifty" gefunden, andererseits wollte man etwas im Namen haben, das Hannibals Alpenüberquerung mit Elefanten andeutet, an das die "Hannibal-Challenge" errinnert. Bernhard Leitner, 33 Jahre alt und selbständiger Motorradhändler aus Nittendorf, hatte schließlich die Idee von den "Fiftyfanten". Da die Teammitglieder einen modernen Jockey als "Hetzer" bezeichnen, stand der Teamname fest. Nur für Sigi Meier, den mit den anderen das Interesse an den 50er Maschinen verbindet, war das Ganze damals nicht recht glaubhaft, weshalb er im vergangenen Jahr noch nicht dabei war.
Fast schon ans Aufhören gedacht
Angesichts der nur ein paar Wochen Vorbereitung schienen die Zweifel von Sigi Meier berechtigt. Doch der Rest war fest entschlossen zum Aufbau eines Kreidler-Motorrads, zumal viele Kreidler-Ersatzteile vorhanden waren. "Wir mussten erst eine entsprechende Maschine finden", blickt Bernhard Leitner zurück. In Essing und in Maxhütte-Haidhof wurden sie fündig, zwei 20 Jahre alte Kreidler-Motorräder erwarben sie für das Projekt, investierten in den nächsten vier Wochen unzählige Arbeitsstunden. Doch am 26. Mai ging der Motor kaputt, so dass innerhalb von zwei Tagen ein zweiter Motor zusammengebaut werden musste. "Wir wollten fast schon aufhören", blicken Hans Pirkl und Bernhard Leitner zurück. Doch sie machten weiter, bis zu 16 Stunden schufteten sie an einem Sonntag am neuen Motor, der dann rechtzeitig zum Rennen fertig wurde.
Zeitverlust ausgerechnet in Eschenbach
Mit sechs Leuten machte sich das Team nach Rom auf, dem Startort der Hannibal-Challenge. Nach dem geeichten Tacho des Motorrads waren es von Rom bis Speinshart. Eigentlich war für das Rennen (etwa 1700 Kilometer), das in vier Etappen gefahren wurden ein Fahrerwechsel vorgesehen, doch Ersatzfahrer Andreas Renner aus Schönhofen kam nicht zum Einsatz, da beide Begleitfahrzeuge (Bus und Privat-PkW) dem Motorrad nicht nachkamen. So fuhr Bernhard Leitner die Strecke alleine anhand einiger Stichpunkte des Teams, wobei die Navigation nicht einfach war, da seitens des Veranstalters nur das Etappenziel vorgegeben war. In Italien hat sich der "Pilot" einige Male verfahren, während er in Österreich und Bayern gut zurecht kam. Doch ausgerechnet am letzten Tag fand er im nordoberpfälzischen Eschenbach längere Zeit den Anlaufpunkt nicht, so dass sich der bis dahin herausgefahrene Vorsprung von zwei Stunden und 14 Minuten auf eine Stunde und 45 Minuten reduzierte. Außerdem musste der Fahrer die Mischzusätze fürs Tanken selbst dabei haben, um den Idealsprit für den selbst gebauten Einspritzermotor zu haben. Diese Technik hat Bernhard Leitner übrigens schon 1998 bei einem Cup-Rennen erfolgreich eingesetzt. Abends wurde die Maschine durchgecheckt und notfalls repariert und optimiert, muss der Motor doch durchhalten, da die meiste Zeit in Vollgas gefahren wird.
Bereits am zweiten Tag kristallierte sich der Sieg des Tangrintler Teams heraus, so dass am dritten Tag in Innsbruck schon gefeiert, aber auch einem anderen Team bei Reparaturen geholfen wurde. In einer Gesamtzeit von 19 Stunden und 27 Minuten bewältigte Bernhard Leitner die Strecke.
Derzeit Testfahrten
Während im vergangenen Jahr nur deutsche Teams am Start waren, werden heuer auch Fahrer aus mehreren europäischen Staaten teilnehmen, so dass der "Hannibal Challenge" eine inoffizielle Europameisterschaft sein wird. Im November gab es ein Treffen der Teams und Fahrer des letzten Rennens, wo die Reglements der neuen Orientierungsfahrt besprochen wurden. So werden die Paintner ab 14. Juni in der Klasse für TÜV-geprüfte Eigenbauten starten. In die neue Maschine haben sie bisher weit über 100 Arbeitsstunden investiert. "Das Fahrwerk und das Zubehör sind vom feinsten", verrät Hans Pirkl. Der Motor der 2002-er Maschine dient als Reservemotor, der neue Motor stammt von einem 30 Jahre alten Kreidler-Moped. Derzeit laufen die Testfahrten, um Motor und Fahrwerk abzustimmen. Das Team, dem neben Hans Pirkl und Bernhard Leitner noch der 21-jährige Zimmerer Andreas Wolf aus Berg und nun auch Sigi Meier, 30 Jahre alt und Elektriker von Beruf, angehören, ist noch auf der Suche nach Sponsoren, auch wenn bislang schon ein paar das Team untrstützen oder einige Betriebe ihre Werkstätten oder Spezialgerät zur Verfügung stellen. Eine nicht nur regionale, sondern bundes-, ja europaweite Publicity ist bei einem erneuten Sieg bei der "Hannibal Challenge 2003" dann nicht nur den Teammitgliedern der "Tangrintler Fiftyfanten-Hetzer", sondern auch den Sponsoren sicher. (bm)

Skaliertes BildDas Team von 2003 mit dem Eigenbau-Moped, das auf einem modifizierten Kreidler-Motor basiert: Andi Wolf, Bernhard Leitner, Hans Pirkl und Sigi Meier. Aufn.: privat



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