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Das goldene Meer der Ãhren

Erstellt von redaktion am 14-Sep-2012 13:12 (3150 gelesen)

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Das Jurahochland ist eine Landschaft des Brotes. Der Getreideanbau prägt die Hochfläche des Ehrenfelser Landes. Zwischen den bewaldeten Kuppen des Juragebirges zeigt sich jeden Sommer erneut ein goldenes Meer der Ähren, das von Weilern und kleinen Dörfern durchsetzt ist. Wie Warften auf den Halligen erblickt man diese beschaulichen Siedlungen im goldgelben Meer des werdenden Brotes. Im himmlischen Sonnenschein gedeiht das Getreide, das von der Ackerkrume des Landes getragen wird. Die Ähren bewegen sich einzeln und in der Masse wie Schilfrohre im Wind.

Schon der Schriftsteller Gottfried Kölwel schreibt in seinem Werk "Der geheimnisvolle Wald" von "...Ährenfeldern, die sich über das weite Hochland hindehnten. Wie Inseln hoben sich die Gehöfte aus dem goldenen Meer."

Die geschichtliche Überlieferung berichtet vom Getreide von Hardt, mit dem über Jahrhunderte hinweg die Armen der Stadt Regensburg ernährt wurden.

In der Tat ist die ehemalige Gemeinde Schwarzenthonhausen ein Teil des Ehrenfelser Landes, der besonders stark von der Landwirtschaft geprägt ist.

Skaliertes BildDie bis zur Gebietsreform der Jahre 1972 / 1978 selbstständige Gemeinde Schwarzenthonhausen liegt auf dem Jurahochland. Beratzhausens Altbürgermeister Franz Xaver Staudigl, in dessen Amtszeit die moderne Großgemeinde geschaffen wurde, bezeichnete die einstige Gemeinde Schwarzenthonhausen als "ärmste Gemeinde Bayerns."

Mit der außergewöhnlich niedrigen Steuerkraftzahl der früheren Gemeinde Schwarzenthonhausen pflegte er dies zu begründen. Nirgendwo in Bayern - so glaubte Staudigl - war das Steueraufkommen pro Kopf der Bevölkerung geringer als im einst selbstständigen Schwarzenthonhausen. Außer den Wirtshäusern in Hardt und Schwarzenthonhausen gab es praktisch kein Gewerbe. Das Handwerk fehlte seines Erachtens vollständig, da selbst Bäcker, Metzger oder Schreiner nicht vorhanden waren.

Schwarzenthonhausen konnte bis in die Mitte der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts von Beratzhausen aus nur über den Hammerberg, die Alte Burg und den Ametshof erreicht werden. Abgeschiedenheit war die Folge.

Die Beratzhausener kannten Schwarzenthonhausen und Hardt oft nur von den Bittgängen, den kleinen Wallfahrten der Vergangenheit.

Für die jeweiligen Pfarrer von Beratzhausen war es ein einsamer und beschwerlicher Weg nach Schwarzenthonhausen und Hardt, da auch in diesen abgelegenen Teilen der Pfarrei Beratzhausen die heilige Messe gelesen wurde. Der steinige Weg über das Hochland machte die Seelsorge nicht einfach und über schlechte Feldwege wurde der Kontakt aufrechterhalten. Mühsam und über holprige Wege trugen Beratzhausens Pfarrer über Jahrhunderte hinweg das Evangelium nach Schwarzenthonhausen und Hardt.

Der am stärksten von Abgschiedenheit und Einsamkeit geprägte Teil des Ehrenfelser Landes kann jedoch durch Besonderheiten der Natur und Landschaft beeindrucken, die zu den Wahrzeichen heimatlicher Identität gehören.

Wer einmal den Thongraben bei einer starken Schneeschmelze erlebt hat, wird nachempfinden, wie wildromantisch das Juraland mitunter sein kann. Die Zwerglhöhle am Rande des Staatswaldes Thon öffnet die Tore zu einem mystischen Reich, wo Wunderbares und Wirklichkeit sich vermischen.

Ganz im Norden der ehemaligen Gemeinde Schwarzenthonhausen erhebt sich die Kuppe bei Hatzenhof, die mit 588,10 m über dem Meer die höchste Erhebung im Ehrenfelser Land darstellt.

Skaliertes BildIm Süden des Berges liegt der höchste Acker im Gebiet des Marktes Beratzhausen. Seine Fläche umfasst etwa vier Tagwerk (1,37 ha). Der tiefste Punkt des Ackers befindet sich im Südwesten des Feldes bei etwa 567 m ü. d. M. und in dem nordöstlichen Teil - knapp unterhalb der Kuppe bei Hatzenhof - erreicht er eine Meereshöhe von ungefähr 577 m.

Im Westen, Norden und Osten ist der Acker von hochstämmigem Wald umgeben, der einen Schutz vor den kalten Winden des Jurahochlandes darstellt. Die geschützte Südlage ermöglicht - trotz der Höhe - eine ausreichende Vegetationszeit. Immerhin ist der höchste Punkt dieser Landwirtschaftsfläche 22 Meter höher als die Burgruine Ehrenfels auf dem Schlossberg bei Haderlsdorf.

Die dünne Humusschicht umfasst im Mittel nur 20 Zentimeter. Darunter befindet sich Gestein, das mit Sand und Lehm durchmischt ist. Der Bodenkundler nennt einen derartigen Boden "Rendzina", das typische Bodenprofil des steinigen Jurahochlandes. Durch den Lehmanteil der Ackerkrume ist die Wassersituation des Feldes ausreichend, wenn es sich nicht gerade um einen besonders trockenen Sommer handelt.

Auf dem hoch gelegenen Acker, der seit etwa 50 Jahren im Besitz einer Familie ist, wurden Weizen, Rotklee, Hafer, Kartoffeln, Mais - teilweise sogar Körnermais - und Braugerste angebaut.

Besonders geeignet für den höchsten Acker des Ehrenfelser Landes war jedoch stets die Braugerste, die selbst in der Hochlage gute Qualität und Erträge ermöglichte.

Noch in der Mitte des 20. Jahrhunderts war die Fläche im Süden der Kuppe bei Hatzenhof eine Schafweide, die den Charakter einer Waldweide hatte. Erst durch das Entfernen von kleinen Büschen und Bäumen wurde die fruchtbare Ackerfläche geschaffen.

Die Braugerste des Ehrenfelser Landes gehört zu den besten Braugersten Deutschlands. Der höchste Acker des Ehrenfelser Landes belegt dies eindrucksvoll. Das goldene Meer der Ähren ist die Grundlage von Brot und Bier gleichermaßen. Neben dem festen Brot gehört auch das flüssige Brot zum Jura.

Gerade diese Tatsache dürfte manchen Beratzhausener dazu bewegt haben, sich mit der reichen Brauereigeschichte des Ortes zu befassen, um die Tradition der edlen Biere aus Beratzhausen zu erforschen.

Dietmar Kuffer

alle Photos: Markus Bauer, freier Pressereferent, Beratzhausen


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